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Hilfe am Telefon für Todkranke

Ein neues Beratungstelefon in Wiesbaden bietet Unterstützung für Schwerkranke und Angehörige – werktags erreichbar für Rat und Hilfe in schwierigen Zeiten.
Von Lena Witte

WIESBADEN. Das Hospiz-Palliativ-Netz (HPN) unterstützt Menschen in schweren Krankheitssituationen und ihre Angehörigen. Seit Kurzem gibt es ein neues Angebot, das Hospiz-Palliativ-Telefon. Was dahinter steckt, erklärt Dr. Thomas Nolte, Palliativarzt und erster Vorsitzender des HPN.

Herr Dr. Nolte, an wen richtet sich das Angebot des Hospiz-Palliativ-Telefons?
Bei der Bewältigung einer schweren, oft lebensverkürzenden Erkrankung ergeben sich schwierige Fragen, die Erkrankte wie Angehörige gleichermaßen betreffen: Wie soll es weitergehen? Soll eine Behandlung begonnen, fortgesetzt oder eingestellt werden? Wie lässt sich Leid lindern – wie soll der Wille des Kranken respektiert werden? Derartige Situationen überfordern viele Menschen, gerade wenn Entscheidungen dringend sind und gleichzeitig Ängste, Trauer und Unsicherheit sie belasten. Hier kann das Hospiz-Palliativ-Telefon Hilfestellung zu Fragen zur Verbesserung der Krankheits- und Familiensituation geben.

Was können Anrufer erwarten, wenn sie sich melden?
Die Mitarbeiter des Hospiz-Palliativ-Telefons ermöglichen den Anrufenden, vertrauensvoll Sorgen zu schildern. Ehrenamtlich engagierte und hospizlich-palliativ erfahrene Mitarbeiter hören zu, geben Orientierung und suchen gemeinsam nach bestmöglichen Lösungen. Dieses kostenfreie Angebot ermöglicht, ohne Umwege Informationen einzuholen, die für den weiteren Krankheitsverlauf wichtig werden können. Schon ein Anruf kann dazu beitragen, einen Überblick über Versorgungsangebote, Antworten auf Fragen zur Pflege oder zum Umgang mit belastenden Symptomen zu bekommen.

Wie funktioniert eine mobile Ethikberatung?
Sollte sich in einem telefonischen Beratungsgespräch herausstellen, dass eine umfangreiche Erörterung notwendig ist, ist die mobile Ethikberatung vielleicht sinnvoll. Sie ist dann besonders wichtig, wenn es um komplexe und schwierige Fragestellungen oder existenzielle Entscheidungen geht, die weitreichende Auswirkungen auf das Leben von Patienten haben. Diese Art der Beratung hilft dabei, ethische Probleme und Dilemmata zu klären. Häufig werden Fragen über die Einleitung, das Fortführen oder Absetzen von lebenserhaltenden Maßnahmen gestellt. Antworten fallen umso schwerer, wenn die Betroffenen bewusstseinsgetrübt sind und nicht adäquat ansprechbar. Das Ethikteam besteht aus zwei geschulten Ethikberatern, die über langjährige Erfahrungen in der Palliativversorgung verfügen. Die Beratung findet immer vor Ort statt und schließt betroffene Personen mit ein. Ziel ist es, gemeinsam eine Lösung zu finden (Vorsorgebevollmächtigter, Angehörige, Hausarzt).

Liegt eine Patientenverfügung vor, und ist sie eindeutig? Auch darum geht es bei der Ethikberatung.
Das sind: Wie ist der mutmaßliche Wille des Patienten oder wie ist die Patientenverfügung zu verstehen? Hier ist das Abwägen von Lebensqualität und -verlängerung häufig eine ethische Herausforderung. Bei derartigen Problemen kann die mobile Ethikberatung helfen, Orientierung zu geben. Das Ethikteam berät Pflegeheime, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und ambulante Pflegedienste.

Im Mittelpunkt der Beratungen steht immer der Patient mit seinen (mutmaßlichen) Bedürfnissen. Das Hospiz-Palliativ-Telefon ist werktags von 8 bis 16 Uhr unter der Rufnummer 0611-44754475 erreichbar.

Das Interview führte Lena Witte.

Beratungsdienst

Sie benötigen Hilfe?

Das HospizPalliativTelefon ist für Sie da!

Rufen Sie uns als Betroffene oder Angehörige bei allen Fragen zu schwerer Krankheit und belastenden Situationen an.

Wir sind Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 16 Uhr für Sie erreichbar oder schreiben Sie uns eine E-Mail.

Spiritual Care7

Spiritual Care

Wir freuen uns über Ihr Interesse an „Spiritual Care“.

Wir arbeiten daran und Sie werden demnächst Angebote dazu finden.   

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